Deines Haines Finsternisse,

Oede Wildniss, sucht mein Schmerz.

Lindrung, ach! und Ruhe gieße

Dieses grauen mir ins Herz.

 

Jeder Freude bin ich müde,

Jedes Glück ist mir verhaßt;

Hin ist meines Lebens Friede

Und ich bin mir eine Last.

 

Berget ihr vielleicht, ihr Bäume,

Meine Rosilis? ich Thor!

Der ich stets zu sehn sie träumte,

Die ich ewig doch verlor.

 

Einst in diesen süßen Schatten

Sah ich sie an diesem Quell -

Stunden, wie nur wir sie hatten,

O wie flohet ihr so schnell!

 

Laßt mir Trost entgegen wehen,

Büsche, Zeugen meiner Pein!

Werd ich je sie wiedersehen?

Echo seufzet traurig Nein!

 

Ha! was flüstert durch den düstern

Grauenvollen Aufenthalt?

Ihre Stimme scheint zu flüstern,

Sagt sie mir: Ich komme bald?

 

Nein! es wälzet zwischen Steinen

Seine Wellen dort ein Bach,

Hemmt sein rauschen, sieht mich weinen,

Aechzet mir aus Mitleid nach.

 

Doch sie wird einst wiederkehren,

Wird den Wankelmuth bereun,

Aber dann vergebens Thränen

Meiner kalten Asche weihn.


Das Gedicht "Klagen" stammt von   (1744 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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