An Ahr und Mosel glänzten
Die Trauben gelb und rot;
Die dummen Bauern meinten,
Sie wären aus jeder Not.
Da kamen die Handelsleute
Herüber aus aller Welt:
"Wir nehmen ein Drittel der Ernte
Für unser geliehenes Geld!"
Da kamen die Herren Beamten
Aus Koblenz und aus Köln:
"Das zweite Drittel gehöret
Dem Staate an Steuern und Zölln!"
Und als die Bauern flehten
Zu Gott in höchster Pein,
Da schickt er ein Hageln und Wettern
Und brüllte: "Der Rest ist mein!"
Viel Leid geschieht jetzunder,
Viel Leid und Hohn und Spott,
Und wen der Teufel nicht peinigt,
Den peinigt der liebe Gott!
Das Gedicht "Die rheinischen Weinbauern" stammt von Georg Weerth (1822 - 1856).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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