Ein Ritter an dem Rheine ritt

In dunkler Nacht dahin,

Ein Ritterlein, das reitet mit

Und fragt: wohin dein Sinn?

 

Mein Sinn, der steht nach Minnen,

Ich hab mich rumgeschlagen,

Und konnt doch nichts gewinnen,

Und mußt das Leben wagen.

 

Ei hast du nicht die Ehr davon?

Die Ehr ist hohes Gut -

Ich hätt die liebe Zeit davon,

Die Ehr ist mir kein Gut. -

 

Mein Blut ist hingeflossen

Rot zu der Erde nieder,

So warm ich es vergossen,

Gibt mir′s die Ehr nicht wieder.

 

Da sprach das kleine Ritterlein:

Daß Gott sich dein erbarm!

Du mußt ein schlechter Ritter sein,

Weil deine Ehr so arm. -

 

Ich will nun mit dir rechten,

Weil du nicht ehrst die Ehre;

Mein Ehr will ich verfechten,

Setz deine nur zur Wehre.

 

Des Ritters Unwill war sehr groß,

Drum er vom Rosse sprang,

Auch machet sich der kleine los

Und sich zur Erde schwang. -

 

Da fühlt sich der Geselle

Von hinten fest umwinden,

Es ist die Nacht nicht helle,

Sie streiten wie die Blinden.

 

Und sinken beide in den Klee -

Ei sprich! wer hat gesiegt!

Der Ritter ohne Ach und Weh

Bei einer Jungfrau liegt.

 

Ei hast du nicht die Ehr davon?

Die Ehr ist hohes Gut -

Ich hätt die liebe Zeit davon,

Die Ehr ist mir kein Gut. -


Das Gedicht "Ein Ritter an dem Rheine ritt " stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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