Wimpel grüßen , Böller krachen ,

lustig schwimmen wir im Rhein ,

tiefe Boote , leichte Nachen

wollen uns Geleite sein .

 

Wohl , nun geht es rauschend weiter ,

lachend Bild , wohin wir sehn ,

die Gestade grün und heiter

und dahinter Rebenhöhn .

 

Städte mit denalten Zinnen

laden gastlich uns herzu ,

Burgen , die verlassen sinnen,

ragen einsam tief in Ruh .

 

Überall in trauter Nähe

winkt ein ander Bild herbei ,

Eh ich alles übersehe ,

ist es wie ein Traum vorbei .

 

Der Gebirge Kranz entschwindet ,

flacher Ufer Saum allein

mit den Aun zu Tal sich windet ,

breit und einsam fließt der Rhein .

 

Wie er auch sich weiter krümmet,

Unverändert bleibt sein Zug ,

wohl , auch diese Ruhe stimmet

mir die Seele ernst genug .

 

Düstrer wird′s am Binsenstrande ,

hohl und grün die Wogen ziehn ,

fern ein Regenstrich im Lande

malt sich an den Wolken hin


Das Gedicht "Rheinfahrt" stammt von   (1839 - 1911).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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