Ich stand auf hohem Berge
Und blickte ins Tal hinab:
Dort wohnen die kleinen Menschen,
Die lange geliebet ich hab!
Dort ragt die graue Kirche,
Die ist schon alt genug;
Dort schrieb mich einst der Küster
Ins große Kirchenbuch.
Und drüben steht die Kapelle,
Dort sang ich den ersten Choral;
Der Kantor spielte die Geige
Und schlug mich mannigmal.
Doch wo die Linden rauschen,
Da glänzt ein schneeweißes Haus;
Dort schauen die Monatsrosen
Hoch oben zum Fenster hinaus. -
O blühet fort, ihr Rosen,
Ohn Not und Ungemach,
Bis daß ich euch wiederschaue
Wohl über Jahr und Tag;
Bis daß ich wieder wandle
Die heimlichen Gassen hin,
Bis daß ich wieder küsse
Meine lustige Nachbarin.
Das Gedicht "Auf hohem Berge" stammt von Georg Weerth (1822 - 1856).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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