Die hundert Männer von Haswell,

Die starben an einem Tag;

Die starben zu einer Stunde;

Die starben auf einen Schlag.

 

Und als sie still begraben,

Da kamen wohl hundert Fraun;

Wohl hundert Fraun von Haswell,

Gar kläglich anzuschaun.

 

Sie kamen mit ihren Kindern,

Sie kamen mit Tochter und Sohn:

"Du reicher Herr von Haswell,

Nun gib uns unsern Lohn!"

 

Der reiche Herr von Haswell,

Der stand nicht lange an;

Er zahlte wohl den Wochenlohn

Für jeden gestorbnen Mann.

 

Und als der Lohn bezahlet,

Da schloss er die Kiste zu.

Die eisernen Riegel klangen,

Die Weiber weinten dazu.


Das Gedicht "Die hundert Männer von Haswell" stammt von   (1822 - 1856).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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