Es traten einst um Mitternacht

Der Sterne drei zusammen,

In nie gesehner heller Pracht,

In nie gesehnen Flammen.

Da scholl es aus des ersten Mund

Von blasser Silberlippe:

"Ich tat den Weg den Völkern kund

Zu eines Gottes Krippe."

Und stolz darein der zweite schaut,

Wie um sich selbst zu sonnen:

"Auf mich hat Caesar einst vertraut

Und eine Welt gewonnen."

"Zu mir blickt", fuhr der dritte fort,

"Das schönste Kind von allen." -

Am Himmel klang noch laut sein Wort,

Der Stern war schon gefallen.


Das Gedicht "Die drei Sterne" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte