Die bange Nacht ist nun herum,

Wir reiten still, wir reiten stumm

Und reiten ins Verderben.

Wie weht so scharf der Morgenwind!

Frau Wirtin, noch ein Glas geschwind

Vorm Sterben, vorm Sterben.

Du junges Gras, was stehst so grün?

Mußt bald wie lauter Röslein blühn,

Mein Blut ja soll dich färben.

Den ersten Schluck, ans Schwert die Hand,

Den trink ich, für das Vaterland

Zu sterben, zu sterben.

Und schnell den zweiten hinterdrein,

Und der soll für die Freiheit sein,

Der zweite Schluck vom Herben!

Dies Restchen - nun, wem bring ich′s gleich?

Dies Restchen dir, o Römisch Reich,

Zum Sterben, zum Sterben!

Dem Liebchen - doch das Glas ist leer,

Die Kugel saust, es blitzt der Speer;

Bringt meinem Kind die Scherben!

Auf! in den Feind wie Wetterschlag!

O Reiterlust, am frühen Tag

Zu sterben, zu sterben!


Das Gedicht "Reiterlied" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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