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Sô die bluomen...


Sô die bluomen ûz dem grase dringent,

same si lachen gegen der spilden sunnen,

in einem meien an dem morgen fruo,

und diu kleinen vogellîn wol singent

in ir besten wîse die si kunnen,

waz wünne mac sich dâ gelîchen zuo?

ez ist wol halb ein himelrîche.

suln wir sprechen waz sich deme gelîche,

sô sage ich waz mir dicke baz

in mînen ougen hât getân,

und taete ouch noch, gesaehe ich daz.

 

Swâ ein edeliu schoene frowe reine,

wol gekleidet unde wol gebunden,

dur kurzewîle zuo vil liuten gât,

hovelîchen hôhgemuot, niht eine,

umbe sehende ein wênic under stunden,

alsam der sunne gegen den sternen stât,

- der meie bringe uns al sîn wunder,

waz ist dâ sô wünneclîches under,

als ir vil minneclîcher lîp?

wir lâzen alle bluomen stân,

und kapfen an daz werde wîp.

 

Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!

gên wir zuo des meien hôhgezîte!

der ist mit aller sîner krefte komen.

seht an in und seht an schoene frouwen,

wederz dâ daz ander überstrîte:

daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.

owê der mich dâ welen hieze,

deich daz eine dur daz ander lieze,

wie rehte schiere ich danne kür!

hêr Meie, ir müeset merze sîn,

ê ich mîn frowen dâ verlür.



(* 00.00.1170, † 00.00.1230)




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