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Der Reiter und sein Schatz


Trompeten blasen, Fahnen wehn,

Ade mein Schatz, leb wohl!

Ich bin ein armer Reitersmann

Mit Säbel und Pistol;

Mein Roß, mein Rock, mein blank Gewehr,

Mein Leben ist nicht mein,

Doch habe nur Vertraun zu mir,

Mein Herz, o Schatz, ist dein!

 

Vertrauen dir in Ewigkeit,

Du lieber trotzger Mann,

Seit ich dich nur mit Augen schaut,

Das hab ich ja gethan;

Doch ach! Vertraun, was hilft das uns,

Das Schicksal ist so karg,

Und mein Vertraun, ach, ist am End

Der Nagel an deinem Sarg.

 

O Lieb, es ist kein leeres Wort,

Die Treue bis zum Tod;

Das macht mich unerschütterlich

Für Alles, was uns droht.

Um dich, du Engel, o wie gern

Ertrag ich jede Pein,

Laß uns der liebeleeren Welt

Ein großes Beispiel sein!

 

Hochmüthig ist die Welt und kalt,

Lacht vornehm unsrer Qual,

Zu lieben hat sie ganz verlernt,

Und ahnt es nicht einmal;

Sie rechnet treue Lieb sogar

Zum bittern Schimpf uns an,

Und nimmer traut sie ihr und ihm

Was Gutes zu fortan.

 

O weine nicht, mein theures Kind,

Was hat man dir geraubt?

Am Ende kriegt die Welt Respekt

Vor dem, was sie nicht glaubt.

Die Welt, sie traut sich selber nicht,

Ist selber ohne Halt,

Wenn Einer nur was Tüchtigs will,

Wird sie gar feig alsbald.

 

So zieh hinaus! ich bleib dir treu!

Sei wacker im Gefecht!

Dein Mädchen hast du glücklich gemacht,

Und bist ihr immer recht.

Sie zaget nicht, sie klaget nicht,

Sie greint nicht ohne Noth,

Und nur wenn du nicht wieder kommst,

Dann weint sie sich zu Tod.

 

Trompeten blasen, Fahnen wehn,

Jetzt hab ich gute Ruh,

Und alle Kugeln treffen nicht,

Du lieber Engel du!

Und trifft es mich und wirft es mich

Für immer auf den Platz,

So bettle dich zu meinem Grab

Und stirb bei deinem Schatz!



(* 02.02.1827, † 02.02.1892)




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