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Aus dem neuen Völker-Frühlingg


Motto: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.

 

Heilige Gewässer wälzen

Sich vom Grat des Himalaya,

Und die Muse geht auf Stelzen,

Kaufbesorgt vom Sohn der Maja:

Aus erloschner Felsengrotte

Tönet delphisches Orakel,

Doch die Welt steht vor dem Gotte

Mit der umgekehrten Fackel.

Wenn sich Selene entschleiert dem Pol,

Dunkler Geheimnisse Schmerz-Alkohol

Jauchzt in Phiolen und schäumet Mirakel.

 

Aus dem Geisterland der Skythen

Weht es ahnungsvoll herüber,

Durch die Dämmerung der Mythen

Zittern Schwerter, gros Kaliber.

Fluch, o Fluch dem kranken Wahne,

Segen jeder stummen Klage,

Tröstung jeder Karawane,

Friede jedem Sarkophage!

Sonnig im Ozean schlummert das Ei

Seliger Insel und Akakelei

Strahlt vom Skorpion und entschimmert der Waage.

 

Lasset mich vom Aetna schreiten

Ueber hadesgraue Schlacken,

Laßt mich in die Fluth der Zeiten

Tauchen mit dem Priesternacken;

Unabsehbar schleichen Züge

Schneegezeugter wilder Ahnen

Um die eingesargte Lüge

Des Jahrhunderts der Alanen.

Zweifelhaft ist die Unsterblichkeit,

Hol mich der Teufel eh′ morgen als heut,

Neue Geschlechter zahnen.



(* 02.02.1827, † 02.02.1892)




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