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Wiedersehn


Rings öde Fläche, und der Horizont

Durch nichts begränzt! Kein Ort, kein Wald,

Auf dem der müde Blick vermocht' zu ruhn! –

Die sand'gen Hügel, die der Wind gehäuft,

Vom Grase spärlich überwachsen, dehnen sich

Wie eines Friedhofs alte Gräber aus,

Unübersehbar, als ob drüberhin

Der Pest grau'nvoller Todeshauch geweht

Und die das Land bewohnt, sie lägen nun

Gestorben und verwes't in seinem Schooß,

Gewürgt bis auf den Letzten! Trüber Anblick! –

So liegst Du, Frist der Trennung, vor mir da,

Wie diese Heide, leblos, wüst und leer,

Und nichts, o Zeit, beschleunigt Deinen Gang,

Und es beschwingt der Athem meiner Sehnsucht

Dein träges Segel nicht durch's todte Meer

Einsamer Bangniß, thränenvollen Harms! –

Dort glänzt ein Sonnenstrahl, ein einzelner,

Und spielet golden auf dem Plätzchen Raum,

Das er beleuchtet! – Wie es hellgrün lacht,

Indeß der Nebel rings die Oede deckt! –

O, traute Hoffnung, schönes Wiedersehn!

Ich grüße Dich mit süßem Kuß der Sehnsucht,

Mit aller Wehmuth, die mein Herz erfüllt!

Sey mir gesegnet, wie Du fern auch liegst!



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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