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Toast


an Goethe's achtzigstem Geburtstage,

an der türkischen Gränze ausgebracht.

 

Viele Sänger gibt's in allen Landen,

Wohlberufen, kundig alles Schönen,

Werth, daß Menschenhände, sie zu krönen,

Rosenzweige reihn zu duft'gen Banden.

 

So auch glühn auf allen Bergen Trauben,

Werth, daß Hebe sie in goldnen Schalen

Göttern reiche bei den Freudenmahlen

In den heitern, ewig grünen Lauben.

 

Doch nur einen Wein hat es gegeben,

Der Unsterblichen selbst dünkt der beste,

Den sie trinken bei dem schönsten Feste:

Saft, gekeltert aus Tokaier Reben.

 

So auch ward ein Dichter nur geboren,

Daß er hoch ob allen andern rage;

Daß den Kranz er reicher Ehren trage,

Ward er von den Himmlischen erkoren!

 

Darum soll der edelste der Weine

Ihn, den greisen Dichterkönig, laben,

Möge lange noch die Welt ihn haben,

Leb' er lang' noch in des Glückes Scheine! –

 

Dieses Gold der Reben sollst Du trinken,

Vater Goethe, vielgeliebt und theuer!

Rieselt durch die Adern Dir sein Feuer,

Wird Dir Jugend von der Wange blinken! –

 

Denn es hat die Gabe Deiner Werke:

Nicht das Blut leicht schäumend zu berauschen,

Doch die ew'ge Jugend einzutauschen,

Höchste Milde, Klarheit, Gluth, tief innre Stärke!



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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