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In das Stammbuch eines Freundes


Daß Dir zum Ernste des Lebens die Lust an den Spielen der Musen

Freundliche Götter gewährt, Schönes dem Guten gesellt:

Nicht die schlechteste Gabe der Himmlischen ist′s, und Du selber

Freue Dich deß, in der Brust blüht Dir ein ewiger Lenz!

Früchte des Herbstes gewinnt auch ein Anderer; Fülle der Aehren

Wogt ihm entgegen, der Wein quillt ihm vom Hügel herab.

Doch nie sah er die Rosen des Mai′s, nie hört er aus Waldnacht

Flötender Nachtigall wonnige Brautmelodie!

Sommer entflieht ihm und Herbst, es kündet den Winter der Eishauch,

Hin ist das Jahr und er hat – ach! nicht den Frühling geschaut!



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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