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Die Reise


Schon verschwinden jene Berge,

Die die heit're Stadt umziehn,

Jene fernen blauen Höhen

Seh' ich auch vorüber fliehn.

 

Und des Stromes grüne Wogen

Rollen unaufhaltsam fort,

Und ich fahr' an seinem Ufer,

Neben, mit ihm roll' ich fort.

 

Doch, so wie von seiner Quelle

Bis wo er in's Meer sich gießt,

Jeder Tropfen seines Wassers

Liebend dort vorüberfließt;

 

Und wie er mit seinen Fluthen

Sehnend an die Stadt sich schmiegt,

Und wie, selig, seine Traute,

Sie an seinem Busen liegt;

 

Und, ob Woge strömt an Woge,

Und wie eilig sie entrinnt,

Doch der Strom sich nicht vermindert,

Neue Macht im Lauf gewinnt, –

 

So ist, was ich denke, fühle,

Meiner Liebsten zugesellt:

Hin zu ihr hat all' mein Sehnen

Immer seinen Lauf gestellt.

 

So umfängt sie meine Liebe,

So schmiegt sich mein Herz ihr an,

Und so ist ihr jede Regung

Meiner Seele unterthan.

 

Und so viel ich Liebe spende,

Sie mir nimmer doch gebricht;

Woge treibt die Woge brausend,

Doch der Strom versieget nicht.



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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