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Bescheidene Bitte


Allem was da athmet, lebet,

Amor wild Gewährung winkt;

Was im Grund der Fluthen webet,

Was des Lichtes Schimmer trinkt;

 

Und die Welt sie ist ein Himmel,

Wo sich Sonn' an Sonne schließt;

Wo im leuchtenden Gewimmel

Jeder Mensch ein König ist.

 

Ist ein Meer, das sel'ge Fluthen

Unergründlich, endlos ziehn,

Wo in Abendsonnengluthen

Die berauschten Wogen glühn;

 

Und der Mensch taucht jauchzend nieder

Und im freud'gen Uebermuth

Hebt er und versenkt sich wieder,

In den Grund der wonn'gen Fluth!

 

Ach, ich gönn' ihm alle Schauer,

Die sein trunkner Busen fühlt,

Wenn die Lust ihm wie ein lauer

Aether um die Seele spielt;

 

Gönn' ein Meer dem sel'gen Zecher,

Daß er trinke für und für,

Aber Glück gieb einen Becher,

Einen einzigen Becher mir!



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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