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An die Freunde


»Weil mir großer Reichthum fehlt,

Meint Ihr, daß mein Herz sich quält? –«

Was mir noth, ward mir beschert,

Reichthum hab' ich nie begehrt!

Wär' es das, nur das allein,

Könnt' ich froh und freudig seyn! –

 

»Weil mich Kreuz nicht schmückt noch Stern? –«

Würdige verehr' ich gern;

Doch beugt sich mein stolzes Knie

Vor werthlosem Dünkel nie!

Wär' es das, nur das allein,

Freunde, könnt' ich freudig seyn! –

 

»Weil mir auf des Kampfes Bahn

Manch ein Bess'rer eilt voran? –«

Allen ward nicht gleiche Kraft;

Was ein Jeder kann, er schafft!

Wär' es das, nur das allein,

Könnt' ich froh und freudig seyn! –

 

Fragt nicht weiter, gebt mich auf,

Laßt dem Kummer freien Lauf!

Was mich drückt, mir ist's bewußt,

Ruht tief unten in der Brust!

Das nur läßt, und das allein,

Mich nie froh, nie freudig seyn!



(* 28.02.1790, † 16.03.1862)




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