Durch Feld und Wald zu schweifen,

Mein Liedchen wegzupfeifen,

So geht′s von Ort zu Ort!

Und nach dem Takte reget,

Und nach dem Maß beweget

Sich alles an mir fort.

 

Ich kann sie kaum erwarten,

Die erste Blum′ im Garten,

Die erste Blüt′ am Baum.

Sie grüßen meine Lieder,

Und kommt der Winter wieder,

Sing ich noch jenen Traum.

 

Ich sing′ ihn in der Weite,

Auf Eises Läng und Breite,

Da blüht der Winter schön!

Auch diese Blüte schwindet

Und neue Freude findet

Sich auf bebauten Höh′n.

 

Denn wie ich bei der Linde

Das junge Völkchen finde,

Sogleich erreg′ ich sie.

Der stumpfe Bursche bläht sich,

Das steife Mädchen dreht sich

Nach meiner Melodie.

 

Ihr gebt den Sohlen Flüge!

Und treibt durch Tal und Hügel

Den Liebling weit von Haus.

Ihr lieben, holden Musen,

Wann ruh′ ich ihr am Busen

Auch endlich wieder aus?


Das Gedicht "Der Musensohn" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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