Wie auf dem Felde die Weizenhalmen,

So wachsen und wogen im Menschengeist

Die Gedanken.

Aber die zarten Gedanken der Liebe

Sind wie lustig dazwischenblühende,

Rot und blaue Blumen.

 

Rot und blaue Blumen!

Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos,

Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend,

Sogar der hablose Wanderer,

Den eur Anblick ergötzt und erquickt,

Schüttelt das Haupt,

Und nennt euch schönes Unkraut.

Aber die ländliche Jungfrau,

Die Kränzewinderin,

Verehrt euch und pflückt euch,

Und schmückt mit euch die schönen Locken,

Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz,

Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen,

Oder zur stillen Buche,

Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt

Als Pfeifen und Geigen.


Das Gedicht "Epilog" stammt von   (1797 - 1856).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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