Willst du der Klagen

Dich ganz entschlagen,

Trink Wein mein Sohn!

Folgst du der Lehre,

Dann eilt, ich schwöre,

Der Gram davon.

 

Beym vollen Becher

Verlacht der Zecher

Die ganze Welt.

Dieß wirst du glauben,

Wann Saft der Trauben

Dein Aug erhellt.

 

Wer wird den Schönen

Auch immer fröhnen

Um einen Kuß?

Erst muß man leiden,

Dann folgen Freuden,

Dann Ueberdruß.

 

Wir aber trinken,

Und Freuden winken

Uns jeden Tag.

Der Unmut weichet

Und Ekel schleichet

Uns nimmer nach.


Das Gedicht "Aufmunterung zum Trinken" stammt von (* 1744-07-19, † 1806-03-03).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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