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An den Herrn N**


Freund, noch sind ich und du dem Glücke

Ein leichter Schleiderball.

Und doch belebt auf seine Tücke

Kein beißend Lied den Widerhall?

 

Der Tor gedeiht, der Spötter steiget,

Dem Bösen fehlt kein Heil.

Verdienst steht nach, und fühlt gebeuget

Ein lohnend Amt dem Golde feil.

 

Auf, Freund! die Geißel zu erfassen,

Die dort vermodern will.

Seit Juvenal sie fallen lassen,

Liegt sie, Triumph ihr Laster! still.

 

Geduld! Schon rauscht sie durch die Lüfte,

Blutgierig rauscht sie her!

Verbergt, verbergt die bloße Hüfte!

Ein jeder Schmiß ein gift′ger Schwär!

 

Erst räche dich, dich Freund der Musen.

Du rächest sie in dir!

Doch dann auch mich, in dessen Busen

Ein Geist sich regt, zu gut für hier.

 

Vielleicht, daß einst in andern Welten

Wir minder elend sind.

Die Tugend wird doch irgends gelten.

Das Gute kömmt nicht gern geschwind.

 



(* 22.01.1729, † 15.02.1781)




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