Und die Hörner des Sommers verstummten im Tode der Fluren,

In das Dunkel flog Wolke auf Wolke dahin.

Aber am Rande schrumpften die Wälder verloren,

Wie Gefolge der Särge in Trauer vermummt.

 

Laut sang der Sturm im Schrecken der bleichenden Felder,

Er fuhr in die Pappeln und bog einen weißen Turm.

Und wie der Kehricht des Windes lag in der

Leere Drunten ein Dorf, aus grauen Dächern gehäuft.

 

Aber hinaus bis unten am Grauen des Himmels

Waren aus Korn des Herbstes Zelte gebaut,

Unzählige Städte, doch leer und vergessen.

Und niemand ging in den Gassen herum.

 

Und es sang der Schatten der Nacht. Nur die Raben noch irrten

Unter den drückenden Wolken im Regen hin,

Einsam im Wind, wie im Dunkel der Schläfen

Schwarze Gedanken in trostloser Stunde fliehn.


Das Gedicht "Und die Hörner des Sommers verstummten" stammt von   (1887 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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