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Zur Mörike-Feier in Stuttgart


am 4. Mai 1876 gesprochen bei Bekränzung der Büste des Dichters.

 

Wir wissen' s wohl: du würdest dich erwehren;

Du liebtest nicht die öffentlichen Ehren,

Nicht vorzuglänzen war dein keuscher Wille

Und deine süße Freundin war die Stille.

Wir aber hier in dunkeln Körperschranken, –

Verzeih', o sel'ger Geist, – um dir zu danken,

So stille, wie du möchtest, nein!

So stille können wir nicht sein.

 

Doch fürchte Nichts! Wir sind nicht allzulaut,

Wir bitten nur ganz sachte, ganz vertraut:

Auf deiner Stirne sanfte Geisterhügel,

Umweht von fremder Lüfte weichem Flügel,

Nimm, von Apollo's dunklem Blatt belaubt,

Den schlichten Kranz – du trägst ihn leicht,

Den Kranz, dem doch kein andrer gleicht, –

Es grünt dein Ruhm und wächst dir über's Haupt.



(* 30.06.1807, † 14.09.1887)




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