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Unglücksstern


Der Bruder hat mit sanfter Hand

Die Augen ihn. geschlossen,

Sonst kräht in der Welt kein Hahn nach ihm,

Der heute sich erschossen.

 

Sein Vater war Genie und Lump,

Sucht' über'm Meer sein Glücke

Und kehrte als Genie und Lump

Mit Weib und Kind zurücke.

 

Der Sohn trat seine Erbschaft an:

Die bucklich hohe Stirne,

Den feinen Geist, das Lumpenthum

Und einen Spahn im Hirne.

 

Hat dennoch wacker sich geplackt

Auf steilen, dornigen Pfaden,

Stets wieder einen Streich gemacht

Und ist ihm nichts gerathen.

 

Bald zog er straff an seinem Strang,

Bald lief er weg vom Karren,

Wie's halt nicht anders gehen kann

Bei einem Stück von Narren.

 

Bald hat die Hoffnung ihm gestrahlt,

Bald ist sie ihm erloschen,

Dann gieng sie endlich ganz ihm aus

Mit seinem letzten Groschen.

 

Er wurde klug, er wurde klar,

Er dachte, wir müssen's enden!

Da liegt er nun im Kämmerlein

Mit seinen kahlen Wänden.

 

Die Sterne schauen kalt herein;

Wo steht wohl unter ihnen

Der Unglücksstern, der lebenslang

Dem Armen hat geschienen?



(* 30.06.1807, † 14.09.1887)




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