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Paul Fr. Richter


O du, dem unter Narrheit, unter Witzen

Der Sehnsucht Zähren an der Wimper blitzen,

In Scherz und Schmerzen schwärmender Bacchant!

 

Der Kunstform unbarmherziger Vernichter!

Du Feuerwerker, der romanische Lichter,

Raketen aufwirft, Wasser, Koth und Sand!

 

O du, dem hart am überschwellten Busen

Ein Spötter wohnt, ein Plagegeist der Musen,

Der Todfeind des Erhab'nen, der Verstand!

 

Grabdichter, Jenseitsmensch, Schwindsuchtbesinger!

Herz voll von Liebe, sel'ger Freude Bringer

Im armen Hüttchen an des Lebens Strand!

 

Du Kind, du Greis, du Kauz, Hanswurst und Engel!

Durchsicht'ger Seraph, breiter Erdenbengel,

Im Himmel Bürger und im Bayerland!

 

Komm, laß an deine reiche Brust mich sinken,

Komm, laß uns weinen, laß uns lachen, trinken,

In Bier und Thränen mächtiger Kneipant!



(* 30.06.1807, † 14.09.1887)




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