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Felsblock


(bei Wasen an der Gotthardstraße).

 

Aus des Felsblocks rauhen Spalten

Tönt ein Aechzen, tönt ein Knurren;

»Das zu bieten einem Alten!«

Hör' ich eine Stimme murren.

 

»Soll der Sohn so hoher Ahnen,

Zeuge von der Urwelt Tagen,

Soll der Sprosse der Titanen

Einen Grundbirnacker tragen?

 

Wild und frei emporgehoben

An des Hochgebirges Wangen

Bin ich einst – schaut hin, dort oben!

Stolzes Riesenkind gehangen.

 

O die Zeit, da um beeiste

Zacken noch der Sturmwind sauste,

Um mein Haupt der Adler kreiste,

Meinen Fuß ein Meer umbrauste!

 

Hätt' ich, als herabgewettert

Nieder in das Thal ich krachte,

Deine Hütten gleich zerschmettert,

Menschenvolk, bei dem ich schmachte!

 

Lieber Staub und Splitter werden,

Träg' als Lehm am Boden liegen,

Als so schmählichen Beschwerden

Länger mich als Dienstmann fügen!«

 

Und so hebt er an, zu drücken,

Ihn durchzuckt ein Krampf, ein Schüttern,

Daß auf seinem breiten Rücken

Die Kartoffelblüten zittern.

 

Laß das Klagen, laß das Knacken,

Das wird Alles nichts mehr nützen,

Laß geruhig dir im Nacken

Den bescheid'nen Acker sitzen!

 

Denke nur: auch die Kartoffel

Ist ein Kind der Erdenmutter

Und – erlaub' mir, alter Stoffel –

Schmackhaft namentlich mit Butter.

 

Mußt dich gar so sehr nicht schämen,

Mußt dich, dicker Trotzkopf, eben

Auch dem Praktischen bequemen,

Das ist Losung jetzt im Leben.

 

Siehst du, so wird jener, dieser

Wildfang im gesetztern Alter

Noch ein brauchbarer Acciser

Oder Kameralverwalter.



(* 30.06.1807, † 14.09.1887)




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