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Alter


Geschlagen

Hat mich das Alter und ich verstehe,

Was ich sonst nur obenhin verstand,

Wie es gemeint ist, wenn man redet

Von müden Greisen.

Müde vor allem sind mir die Beine

Und nach wenig Morgenbewegung

Freu ich mich auf das Mittagsschläfchen.

Nicht gelüstet mich's, mitzueilen,

Wenn, von Trompetenschmettern gelockt,

Nach des festlichen Aufzugs Schauspiel

Neugierselig die Menge strömt,

Wenn sie am Felsberg athmend aufklimmt,

Wo auf dem Gipfel die Rundsicht winkt.

Und der Geist, wie steht es um ihn?

Müd ist geworden, müd auch er,

Müde der Täuschung.

Eine nur, eine noch ist geblieben.

Nimmer so lang ich noch Athem hole,

Nimmer, nimmer schwinde sie mir,

Die hohe Täuschung, der wahrheitsvolle,

Heilige Wahn, daß Götter leben!



(* 30.06.1807, † 14.09.1887)




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