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Die Entzückung an Laura


Laura, über diese Welt zu flüchten

Wähn′ ich - mich in Himmelmaienglanz zu lichten,

Wenn Dein Blick in meine Blicke stimmt;

Ätherlüste träum′ ich einzusaugen,

Wenn mein Bild in Deiner sanften Augen

Himmelblauem Spiegel schwimmt.

 

Leierklang aus Paradieses-Fernen,

Harfenschwung aus angenehmern Sternen

Ras′ ich in mein trunknes Ohr zu ziehn;

Meine Muse fühlt die Schäferstunde,

Wenn von Deinem wolllustheißen Munde

Silbertöne ungern fliehn.

 

Amoretten seh′ ich Flügel schwingen,

Hinter Dir die trunknen Fichten springen,

Wie von Orpheus Saitenruf belebt;

Rascher rollen um mich her die Pole,

Wenn im Wirbeltanze Deine Sohle

Flüchtig, wie die Welle, schwebt.

 

Deine Blicke - wenn sie Liebe lächeln,

Könnten Leben durch den Marmor fächeln,

Felsenadern Pulse leihn;

Träume werden um mich her zu Wesen,

Kann ich nur in Deinen Augen lesen:

Laura, Laura mein!



(* 10.11.1759, † 09.05.1805)




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