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Deutsche Treue


Um den Zepter Germaniens stritt mit Ludwig dem Bayer

Friedrich aus Habsburgs Stamm, beide gerufen zum Thron;

Aber den Austrier führt, den Jüngling, das neidische Kriegsglück

In die Fesseln des Feindes, der ihn im Kampfe bezwingt.

Mit dem Throne kauft er sich los, sein Wort muss er geben,

Für den Sieger das Schwert gegen die Freunde zu ziehn;

Aber was er in Banden gelobt kann er frei nicht erfüllen;

Siehe, da stellt er aufs neu willig den Banden sich dar.

Tief gerührt umhalst ihn der Feind, sie wechseln von nun an,

Wie der Freund mit dem Freund, traulich die Becher des Mahls,

Arm in Arme schlummern auf einem Lager die Fürsten,

Da noch blutiger Hass grimmig die Völker zerfleischt.

Gegen Friedrichs Heer muss Ludwig ziehen. Zum Wächter

Bayerns lässt er den Feind, den er bestreitet, zurück.

"Wahrlich! So ist′s! Es ist wirklich so! Man hat mir′s geschrieben."

Rief der Pontifex aus, als er die Kunde vernahm.



(* 10.11.1759, † 09.05.1805)




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