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Dem Erbprinzen von Weimar


So bringet denn die letzte volle Schale

Dem lieben Wandrer dar,

Der Abschied nimmt von diesem stillen Tale,

Das seine Wiege war.

 

Er reißt sich aus den väterlichen Hallen,

Aus leiben Armen los,

Nach jener stolzen Bürgerstadt zu wallen,

Vom Raub der Länder groß.

 

Die Zwietracht flieht, die Donnerstürme schweigen,

Gefesselt ist der Krieg,

Und in den Krater darf man niedersteigen,

Aus dem die Lava stieg.

 

Dich führe durch das wild bewegte Leben

Ein gnädiges Geschick,

Ein reines Herz hat dir Natur gegeben,

O bring′ es rein zurück!

 

Die Länder wirst du sehen, die das wilde

Gespann des Kriegs zertrat;

Doch lächelnd grüßt der Friede die Gefilde

Und streut die goldne Saat.

 

Den alten Vater Rhein wirst du begrüßen,

Der deines großen Ahns

Gedenken wird, so lang sein Storm wird fließen

Ins Bett des Ozeans.

 

Dort huldige des Helden großen Mauen

Und opfere dem Rhein,

Dem alten Grenzenhüter der Germanen,

Von seinem eignen Wein,

 

Dass dich der vaterländ′sche Geist begleite,

Wenn dich das schwanke Brett

Hinüberträgt auf jene linke Seite,

Wo deutsche Freu vergeht.



(* 10.11.1759, † 09.05.1805)




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