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Das Spiel des Lebens


Wollt ihr in meinen Kasten sehn?

Des Lebens Spiel, die Welt im Kleinen,

Gleich soll sie eurem Aug′ erscheinen;

Nur müsst ihr nicht zu nahe stehn,

Ihr müsst sie bei der Liebe Kerzen

Und nur bei Amors Fackel sehn.

 

Schaut her! Nie wird die Bühne leer:

Dort bringen sie das Kind getragen,

Der Knabe hüpft, der Jüngling stürmt einher,

Es kämpft der Mann, und Alles will er wagen.

 

Ein Jeglicher versucht sein Glück,

Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen;

Der Wagen rollt, die Achsen brennen,

Der Held dringt kühn voran, der Schwächling bleibt zurück;

Der Stolze fällt mit lächerlichem Falle,

Der Kluge überholt sie alle.

 

Die Frauen seht ihr an den Schranken stehn,

Mit holdem Blick, mit schönen Händen

Den Dank dem Sieger auszuspenden.



(* 10.11.1759, † 09.05.1805)




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