Wenn bleicher Schnee verschönert die Gefilde,

Und hoher Glanz auf weiter Ebne blinkt,

So reizt der Sommer fern, und milde

Naht sich der Frühling oft, indes die Stunde sinkt.

 

Die prächtige Erscheinung ist, die Luft ist feiner,

Der Wald ist hell, es geht der Menschen keiner

Auf Straßen, die zu sehr entlegen sind, die Stille machet

Erhabenheit, wie dennoch alles lachet.

 

Der Frühling scheint nicht mit der Blüten Schimmer

Dem Menschen so gefallend, aber Sterne

Sind an dem Himmel hell, man siehet gerne

Den Himmel fern, der ändert fast sich nimmer.

 

Die Ströme sind, wie Ebnen, die Gebilde

Sind, auch zerstreut, erscheinender, die Milde

Des Lebens dauert fort, der Städte Breite

Erscheint besonders gut auf ungemessner Weite.


Das Gedicht "Der Winter [1]" stammt von (* 1770-03-20, † 1843-06-07).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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