O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige!

Die du das Haus der Trauernden nicht verschmähst,

Und gerne dienend, Edle! zwischen

Sterblichen waltest und Himmelsmächten,

Wo bist du? wenig lebt′ ich; doch atmet kalt

Mein Abend schon. Und stille, den Schatten gleich,

Bin ich schon hier; und schon gesanglos

Schlummert das schaudernde Herz im Busen.

Im grünen Tale, dort, wo der frische Quell

Vom Berge täglich rauscht, und die liebliche

Zeitlose mir am Herbsttag aufblüht,

Dort, in der Stille, du Holde, will ich

Dich suchen, oder wenn in der Mitternacht

Das unsichtbare Leben im Haine wallt,

Und über mir die immerfrohen

Blumen, die blühenden Sterne glänzen,

O du des Äthers Tochter! erscheine dann

Aus deines Vaters Gärten, und darfst du nicht

Ein Geist der Erde, kommen, schröck′, o

Schröcke mit anderem nur das Herz mir.


Das Gedicht "An die Hoffnung" stammt von (* 1770-03-20, † 1843-06-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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