Nach oben

Mann und Weib


Dem Weibe ist ein schönes Los beschieden,

Was sie auch hat, sie hat es ganz und immer,

Sie freut sich an des fernsten Sternes Schimmer,

Allein sie schließt sich ab in klarem Frieden.

 

Der Mann wird nie so sehr vom Glück gemieden,

Als er es meidet, denn er faßt es nimmer,

Gleichgültig, wird es besser, wird es schlimmer,

Er hört nicht auf, das Dasein umzuschmieden.

 

Ihr ist es, wie ein zugeworfner Faden,

Sie hält sich dran, und schaudert vor den Wogen,

Die unten dräun, und trinkt des Himmels Lüfte.

 

Er widersteht nicht, sich im Meer zu baden,

Und forscht, vom hellen Leben abgezogen,

Ob Gott sich nicht verbirgt im Schoß der Grüfte.



(* 18.03.1813, † 13.12.1863)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!