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Horn und Flöte


Tief in des Berges Grunde,

Da ruhte das Metall,

In ödem Steingeklüfte,

Taub, ohne Glanz und Schall.

Oft um des Berges Gipfel

Hat dumpf der Sturm gerauscht,

Man hat in seinen Tiefen

Gewässersturz erlauscht.

 

Fern an des Ganges Ufer,

Da stand der Sandelbaum;

Die Sonne einsam drüber

Im weiten Himmelsraum.

Goß die auf ihn hernieder

Der Strahlen heiße Glut,

So kühlte ihn der Lotos

Durch seiner Düfte Flut.

 

Man wagte sich hinunter

Bis zu des Berges Herz

Und stahl mit keckem Finger

Sein treu bewahrtes Erz.

Durch Feuer und durch Wasser

Hat das den Weg gemacht,

Draus haben Menschenhände

Ein Horn hervorgebracht.

 

Es haben gift′ge Winde

Den edlen Baum entstellt,

Dann hat ein fleiß′ger Schiffer

Ihn ganz und gar gefällt.

Ihn übers Meer zu führen,

Hielt er ihn nicht zu schlecht,

Zur Flöte fand ein Meister

Drauf einen Zweig gerecht.

 

Nun bläsest du die Flöte

Und du das Horn zur Stund′,

Und Horn und Flöte machen

Mir manch Geheimnis kund.

Bald in des Berges Schoße

Vermeine ich zu sein,

Und bald, mich zu ergehen

In Indiens Sonnenschein.



(* 18.03.1813, † 13.12.1863)




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