Grünen, Blühen, Duften, Glänzen,

Reichstes Leben ohne Grenzen,

Alles steigernd, nirgends stockend.

Selbst die kühnsten Wünsche lockend:

 

Ja, da kann ich wohl zerfließen,

Aber nimmermehr genießen;

Solche Flügel tragen weiter

Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.

 

Doch, wenn rot die Blätter fallen,

Kühl die Nebelhauche wallen,

Leis durchschauernd, nicht erfrischend,

In den warmen Wind sich mischend:

 

Dann vom Endlos-Ungeheuren

Flücht′ ich gern zum Menschlich-Teuren,

Und in einer ersten Traube

Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.


Der Text des Gedichts "Herbstgefühl" stammt von (* 1813-03-18, † 1863-12-13).




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