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Die beiden Zecher


Beim Weine sah ich einst zwei Zecher sitzen;

Der eine rief: kein Tropfen wird vergossen,

Bevor sich das Geheimnis mir erschlossen,

Woher es kommt, dies Perlen und dies Blitzen!

 

Der andre sprach: er wird mein Blut erhitzen,

Und daraus ist mir nie noch Heil entsprossen,

Wie wär′ mir′s, wenn ich nach dem Rausch verdrossen

Mich fände auf den schroffsten Felsenspitzen!

 

So saßen sie und grübelten aufs beste,

Indes umsonst die Goldpokale lachten,

Zu ihres gütigen Bewirters Qualen;

 

Inzwischen kam ein Haufen frischer Gäste,

Da sahn sie sich vertrieben, eh′ sie′s dachten,

Und müssen nun mit ew′gem Durst bezahlen!



(* 18.03.1813, † 13.12.1863)




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