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Das Kind


Die Mutter lag im Totenschrein,

zum letztenmal geschmückt;

da spielt das kleine Kind herein,

das staunend sie erblickt.

 

Die Blumenkron′ im blonden Haar

gefällt ihm gar zu sehr,

die Busenblumen, bunt und klar,

zum Strauß gereiht, noch mehr.

 

Und sanft und schmeichelnd ruft es aus:

"Du liebe Mutter, gib

mir eine Blum′ aus deinem Strauß,

ich hab′ dich auch so lieb!"

 

Und als die Mutter es nicht tut,

da denkt das Kind für sich:

Sie schläft, doch wenn sie ausgeruht,

so tut sie′s sicherlich.

 

Schleicht fort, so leis′ es immer kann,

und schließt die Türe sacht

und lauscht von Zeit zu Zeit daran,

ob Mutter noch nicht erwacht.



(* 18.03.1813, † 13.12.1863)




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