Nach oben

Flamme der Liebe


Wohl zehrt an mir der Krankheit Qual,

Dünn wird mein Haar, mein Antlitz fahl,

Du aber loderst noch wie vor

In tiefster Brust mir hell empor,

Flamme der Liebe!

 

Ob welkend auch, der Jahre Raub,

Der Leib dahinsinkt, Staub zum Staub:

Dich nähren, stockt das träge Blut,

Der Seele Mark, des Geistes Glut

Flamme der Liebe!

 

Du stirbst nicht, zieht der Geist auch aus

Aus seinem morschen Erdenhaus;

Du hüllst noch in Verklärungsschein

Den Heimberufnen leuchtend ein,

Flamme der Liebe!

 

Du stürzest mit ihm licht und hehr

Dich in das ew′ge Strahlenmeer,

Wo jede Welle, die da schwillt,

Wo jeder Tropfen, der da quillt,

Flamme der Liebe!



(* 02.04.1806, † 22.05.1871)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommentar vorhanden!