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Die Welt war mir zuwider...


Die Welt war mir zuwider

Die Berge lagen auf mir

Der Himmel war mir zu nieder

Ich sehnte mich nach dir, nach dir,

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich trieb wohl durch die Gassen

Zwei lange Jahre mich

An den Ecken mußt ich passen

Und harren nur auf dich, auf dich.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Und alle Liebeswunden

Die brachen auf in mir

Als ich dich endlich gefunden

Ich lebt und starb in dir, in dir!

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich hab vor deiner Türe

Die hellgestirnte Nacht,

Daß dich mein Lieben rühre

Oft liebeskrank durchwacht.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Ich ging nicht zu dem Feste

Trank nicht den edlen Wein

Ertrug den Spott der Gäste

Um nur bei dir zu sein.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Bin zitternd zu dir gekommen

Als wärst du ein Jungfräulein,

Hab dich in Arm genommen

Als wärst du mein allein, allein.

O lieb Mädel wie schlecht bist du!

 

Wie schlecht du sonst gewesen

Vergaß ich liebend in mir

Und all dein elendes Wesen

Vergab ich herzlich dir ach dir,

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Als du mir nackt gegeben

Zur Nacht den kühlen Trank

Vergiftetest du mein Leben,

Da war meine Seele so krank so krank

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Bergab bin ich gegangen

Mit dir zu jeder Stund,

Hab fest an dir gehangen

Und ging mit dir zu Grund.

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Es hat sich an der Wunde

Die Schlange fest gesaugt

Hat mit dem giftgen Munde

Den Tod in mich gehaucht.

O lieb Mädel, wie schlecht bist du!

 

Und ach in all den Peinen

War ich nur gut und treu

Daß ich mich nannt den Deinen

Ich nimmermehr bereu, bereu

O lieb Mädel wie schlecht bist du!



(* 09.09.1778, † 28.07.1842)




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