Nach oben

Sohn und Vater


Fritz frägt den alten Vater;

»Wo ist mein blankes Schwert?

Will ziehen gen den Buben,

Der uns die Freiheit wehrt!

 

Was frommt′s mir, daß ich lernte

Bis in die späte Nacht?

Hinunter mit den Ketten,

So weit die Sonne lacht!

 

Fort mit den staub′gen Büchern,

Fort mit der Wissenschaft!

Der Freiheit will ich opfern

Des Lebens Thatenkraft!

 

Es ruft mich in die Schranken,

Zu kämpfen für das Recht,

Und fall′ ich auch, so kämpft′ ich

Für′s kommende Geschlecht!«

 

Der Vater aber schüttelt

Das altermüde Haupt,

Und spricht: mein lieber Fritze,

Das ist ja nicht erlaubt!



(* 27.03.1810, † 25.10.1876)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommentar vorhanden!