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Bestrafte Falschheit


Jetzt wollen wir mal singen

Das nagelneue Lied,

Von einem schmucken Junker, -

Ei, ei, vom schmucken Junker!

Der sich in Zwei verliebt.

 

Die Eine war die Freiheit,

Die Zweit' die Höferei;

Die Freiheit ließ er fahren, -

Ei, ei, die ließ er fahren!

Und schwur der Höferei.

 

Die Höferei frägt leise:

Warst du und bleibst mir treu?

»Der Schwarze soll mich holen, -

Ei, ei, der soll ihn holen!

Ich war und bleib' dir treu!«

 

Jetzt kriegt er Orden, Degen

Und glänzendes Gewand;

Es dauert kaum drei Tage, -

Ei, ei, kaum dreier Tage!

Da reicht sie ihm die Hand.

 

Doch an dem Hochzeitsfeste,

Just bei der Tafellust,

Da kam der schwarze Satan, -

Ei, ei, der schwarze Satan!

Und packt ihn bei der Brust.

 

»Den Eid hast du gebrochen,

Verlassen deine Braut!

Der Freiheit bist verlobet, -

Ei, ei, der bist verlobet!

Der Höferei getraut.«

 

So nahm er ihn beim Kragen

Und fuhr mit ihm hinaus;

Die Wittwe aber lachte, -

Ei, ei, die Wittwe lachte!

Die stummen Gäste aus.

 

Und ist mein Mann zur Höllen,

Hab' ich doch Gold und Pracht!

Und mehr als hundert Buhlen, -

Ei, ei, als hundert Buhlen!

Bei Tage und bei Nacht!



(* 27.03.1810, † 25.10.1876)




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