Der erste Frühlingsmorgen

Erwachet über mir,

Und findet mich in Sorgen,

Und sieht mich fern von dir.

 

Sonst fand er mich in Freuden

An deiner trauten Hand,

Mir waren Trennungsleiden

Und Gram noch unbekannt.

 

Nun treibt mich banges Sehnen

Auf Wiese, Feld und Au:

Dort mischen meine Thränen

Sich mit dem Morgenthau.

 

Obschon zu künft'gen Früchten

Die Erde Blüthen trägt,

Die Nachtigall Geschichten

Von treuer Liebe schlägt;

 

Die holde Frühlingssonne

Auf uns hernieder lacht,

Und jedes Herz zur Wonne

Und zum Gebeth erwacht:

 

Theil' ich doch nicht die Freuden,

Theil' ich die Andacht nicht,

Ich fühle nur die Leiden

Schwer drückendes Gewicht,

 

Nur, dass ich fern, o Trauter,

Von deinem süssen Kuss,

Der Erde Fest mit lauter

Wehklage feyern muss.


Das Gedicht "Der Frühlingsmorgen" stammt von   (1768 - 1839).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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