I.
Der Gram soll heute,
Bei goldnem Wein,
Des Windes Beute
Wie gestern sein!

Dahinten lasse,
Wer hoch sich freut,
Die leichenblasse
Vergangenheit!

Kein roher Scythe
Nah' diesem Kreis!
Des Frohsinns Blüte
Liebt Mittelgleis.

Wir ziehn die Segel,
Wenn Taumel dräun,
Nach Flackus Regel,
Bedächtig ein.

Der Gram soll heute,
Bei goldnem Wein,
Des Windes Beute
Wie gestern sein!

II.
Selig beim funkelnden
Nektar vergessen
Traurer des dunkelnden
Grabes Zipressen,
Locken und Becher von Rosen umglüht.
Auf! eh' die moosigen
Hügel uns winken
Wonne von rosigen
Lippen zu trinken;
Huldigung Allem was jugendlich blüht!


Das Gedicht "Trinklied" stammt von   (1761 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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