- - Sobrium decet esse Poëtam
Ipsum, versiculos, nihil necesse est.
Catull

Weiser Damon, dessen Haupt
Lorber um und um belaubt!
Soll dir Gram und Misvergnügen
Ewig Stirn und Wange pflügen?

Wie der Glanz von dunkelm Licht
Schwach aus Todtengrüften bricht:
So blinkt deine trübe Seele
Aus des Leibes Trauerhöhle.

Wiß, in deiner Jahre Zahl
Rechnet dir der Tod einmal
Nebst den freudenvollen Tagen
Auch die Tage voll von Plagen!

Du schwimmst in der Zeiten Raum
Wie auf Strömen leichter Schaum,
Kannst du nicht so schnell zur Erden,
Wie der Schaum zu Wasser werden?

Sieh mich an, wie mir das Haupt
Epheustrauch und Ros' umlaubt,
Und wie mir die Tropfen gleiten
Wegen Kürze dieser Zeiten.

Zehnmahl füll ich schon mein Glas
Mit Liäens edlem Naß,
Noch reizt mich sein güldnes Blinken
Und die Freude wächst im Trinken.

Thür und Teppich tanzt um mich,
Erd und Himmel drehet sich.
O wie selig! welch Vergnügen!
Evan hilf! Ich muß erliegen.


Das Gedicht "Trinklied" stammt von   (1715 - 1759).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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