Erwache, schöne Schläferin,

Falls dieser Kuß nicht zu bestrafen:

Doch wenn ich dir zu zärtlich bin,

Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.

 

Die Unschuld, die nur halb erwacht,

Wann Lieb′ und Wollust sie erregen,

Hat öfters manchen Traum vollbracht,

Den Spröde sich zu wünschen pflegen.

 

Was du empfindest, ist ein Traum:

Doch kann ein Traum so schön betrügen?

Gibst du der Liebe selbst nicht Raum:

So laß dich dann ihr Bild vergnügen.


Das Gedicht "An eine Schläferin" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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