Nichts pflegt der Rachbegier an Thorheit gleich zu sein.

Ein Mann, der unverhofft sein feistes Kalb vermißte,

Schwur, wenn er seinen Dieb nur zu entdecken wüßte,

So wollt′ er einen Bock dem Pan zum Opfer weihn.

 

Sein Wunsch ward ihm gewährt. Es kam ein Pantherthier,

Das gafft′ und bleckt′ ihn an, und droht′ ihn zu verschlingen.

Da seufzt′ er: ich will gern mein Opfer zehnfach bringen,

Nur treib′, o starker Pan! den nahen Feind von hier.

 

Betrogne Sterblichen, wer kennt sein wahres Wohl,

So oft Gelübd′ und Wunsch den Rath der Allmacht störet?

Wenn uns des Himmels Zorn, zu unsrer Straf′, erhöret,

So lernt man allererst, warum man bitten soll.


Das Gedicht "Das Gelübde" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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