Und seit des Nichts unsäglicher Gedanke,

Ein wilder Blitz, mir in die Seele schlug,

Ist Schein geworden all mein Thun und Wesen,

Ist all mein Leben eitel Lug und Trug.

 

Am Richtplatz sah man: wenn das Haupt gefallen,

Auffährt der Rumpf und bebt zwei Schritte fort,

Das Auge zuckt und will die Welt noch sehen,

Die Lippen stammeln noch ein leises Wort.


Das Gedicht "Scheinleben" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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