I.

 

Das sind die alten Wege,

Die schattigen Alleen,

Des Parkes alte Stege,

Felsburg und kleine Seen.

 

Das sind die alten Gassen,

Der Marktplatz, leer und breit,

Vollauf ist Raum gelassen

Für Kinderlustbarkeit.

 

Das sind die Laubengänge,

Die uns so wohl behagt,

Durch deren luft'ge Länge

Wir jauchzend uns gejagt.

 

Und hier am Hallenbaue,

Hier steht das Vaterhaus.

Ehrwürdig Haupt, o schaue –

Ich harre – schau heraus!

 

O Mutterbild, erscheine!

Geschwister, kommt an's Licht!

Der theuren Seelen keine

Darf fehlen. Säumet nicht!

 

II.

 

Ist Mancher so gegangen

Und hat zurückgedacht,

Wie er mit Kinderwangen

Hier einst gespielt, gelacht.

 

Wird Mancher noch so gehen

Und denken so zurück

Und wird sich selber sehen

In seinem Kindesglück,

 

Wird stehen, wie ich heute,

An seinem Vaterhaus,

Wo nun die fremden Leute

Zum Fenster schauen heraus.

 

Wird suchen und wird spähen,

Am hellen Tage blind,

Wird meinen, er müsse sie sehen,

Die alle nicht mehr sind.


Das Gedicht "In der Vaterstadt" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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