(An J. K.)

 

Die Welt ist, weil nicht Nichts kann sein,

Und sie ist nur aus diesem Grund,

So kann es ohne Lumperei'n

Nicht abgehn, ohne Wust und Schund.

Er reichte nicht, der schwache Werdetrieb

Zum vollen Werden aus dem Nichts heraus,

So daß halbwegs der Aufbau stecken blieb

Und lottrig ausfiel das entworf'ne Haus.

Dieß Etwas, Welt, ist wenig mehr als Nichts,

Doch mit dem Nichts, da ist es recht erst Nichts.

In's Nichts gelangen hält man für Genuß,

Allein wenn einer sterben muß,

So ist, wann es geschehen, ja

Dieß zu genießen Niemand da.

Statt des Gebrumms vom Weltenkrach

Werd' etwas, etwas Rechtes, mach'!

Dann fügest als ein Mehrer du

Dem Etwas Welt dein Etwas zu,

Hast keine Zeit, zu klagen,

Vergiß'st in deinen Tagen

Die Zeit, den schwarzen Alb, das Nachtgespenst des Nichts,

Das in dem Etwas sitzt als ruß'ger Docht des Lichts.


Das Gedicht "Opti-pessimistisch" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte